"Von Schmuck bis Schokolade"

Von Schmuck bis Schokolade

 

Eine von einer Ausstellung begleitete Lesung bei Buch-Eiser beleuchtet das Leben schwäbischer Unternehmerinnen

Sie sind mutig, sie sind erfolgreich, sie sind gut: So einfach, aber treffend lassen sich die vier schwäbischen Unternehmerinnen Babette Böhm, Berta Epple, Clara Ritter und Anni Lang charakterisieren, deren Lebensgeschichten in einem im Stieglitz-Verlag erschienenen Buch beschrieben werden.

VON CAROLIN BECKER

MÜHLACKER. Autorin Karinde la Roi-Frey schildert in ihrem neuen Buch , welche Umstände und Charaktereigenschaften aus Babette Böhm die Seele eines Feinkostgeschäfts, aus Berta Epple eine prägende Gestalt der Neckar-Personen-Schifffahrt, aus Clara Ritter die Mutter einer Schokoladendynastie und aus Anni Lang die Schöpferin von ausgefallenem Modeschmuck gemacht haben. Initiativkraft, Durchhalte- und Motivationsvermögen haben alle vier Frauen gemeinsam.

Tiefere Einblicke in spannende Biografien ermöglicht eine Lesung, bei der Karin de la Roi-Frey ihr Buch „Mutig, erfolgreich und gut“ am Sonntag, 5. Mai, in der Mühlacker Buchhandlung Elser vorstellt. Im Rahmen der Matinee, die um 11 Uhr beginnt, rückt .besonders die 1911 in Stuttgart geborene Arini Lang, Gründerin der Modeschmuckwerkstatt Langani, in den Fokus, ist doch eine Ausstellung ihrer Arbeiten in der Buchhandlung zu sehen. langani präsentiert in diesem Rahmen einmalige, historische Schmuckstücke und die aktuelle Frühjahrskollektion.

 Exquisite Stücke legen Zeugnis vom .Ideenreichtum der Schmuck-Schaffenden ab, die als Tochter eines Malers, Möbel- und Textildesigners gestalterische Fähigkeiten schon in die Wiege gelegt bekommen hatte und später an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart und in Wien studierte. 1951 rief sie die Schmuckwerkstatt „Langani“ ins Leben, die jahrelang mit dem Pariser Modehaus Louis Feraud zusammenarbeitete. Wer an der Veranstaltung teilnehmen möchte, sollte sich unter 07041/80529 anmelden.

Wenn aus „Gruscht“ Schmuck wird

Vier Schwäbinnen, die Unternehmensgeschichte geschrieben haben, standen im Mittelpunkt der Lesung, zu der die Buchhandlung Eiser und der Stiegli z-Verlag am Sonntag eingeladen hatten.Karin de Ia Roi-Frey stellt bei Buch-Eiserdie Neuerscheinung „Mutig, erfolgreich und gutN vor-Ausstellungbegleitet die Lesung

Von Andrea Garhöfer

MÜHLACKER. Autorin Karin de la Roi-Frey las aus ihrem Buch „Mutig, erfolgreich und gut“, das im Stieglitz-Verlag erschienen ist. Verlegerin Brigitte Wetzel vom Stieglitz-Verlag und Angelika Wetzel, Leiterin der Buchhandlung Elser, begrüßten die Gäste. Tüchtigkeit, Ideenreichtum, Mut und Durchsetzungsvermögen, führte Brigitte Wetzel aus, das seien Eigenschaften, die allen vier in dem Buch porträtierten Frauen zu eigen seien: Clara Ritter als Mutter einer Schokoladendynastie, Babette Böhm als Seele des Feinkostgeschäftes Böhm, Berta Epple, deren Name untrennbar mit der Personenschifffahrt auf dem Neckar verbunden ist, und Anni Schaad, die aus ihrem Mädchennamen Anni Lang den Markennamen langani und ein Unternehmen schuf, das bis heute für faszinierenden und hochwertigen Modeschmuck steht. Alle vier Unternehmerinnen standen „ihren Mann – auch in schwierigen Zeiten und ohne Frauenquote“, wie Brigitte Wetzel anmerkte. Dennoch: die Unternehmen und Produkte, die diese vier Frauen entscheidend prägten, sind bis heute weit bekannter als die .“ Macherinnen“ selbst und feste Begriffe, nicht nur in Schwaben, sondern weit darüber hinaus. Autorin Karin de la Roi-Frey hatte daher bei der Recherche zu ihrem Buch Fleißarbeit in den Archiven zu bewältigen, wie sie erzählte. „Eine große Hilfe waren mir auch Interviews mit Familienangehörigen, Nachkommen und Wegbegleitern der Unternehmerinnen.“ Bei der Lesung am Sonntag stellte Karin de la Roi-Frey die faszinierende Geschichte der Unternehmerin Anni Schaad, geborene Lang (1911 bis 1988), in den Mittelpunkt. Allerdings warf sie auch Schlaglichter auf die Biografien der drei anderen Unternehmerinnen: Auf Babette Böhm, „einer für ihr Wissen und ihre Tätigkeit hochgeachteten und respektierten Chefin“. Auf Berta Epple, deren Ehe durch etliche Fuhren Pferdemist angebahnt wurde, oder Clara Ritter, die die „Schokoladenwelt revolutionierte“, aber auch als Gönnerin für Benachteiligte aktiv war. Im Mittelpunkt der Lesung stand jedoch Anni Schaad, die Gründerin von langani. Mit einer „Sammlung schöner Dinge wie Federn, Steinen, Blumen, Muscheln, Perlen, auf Schwäbisch würde man sagen ,Gruscht‘ „,begann Anni Langs Erfolgsgeschichte. Und damit, dass sie den Rat ihres Ausbilders Josef Hoffmann beherzigte, in dessen „Wiener Werkstätte“ sie Kunstgewerbe studiert hatte und der seinen Studenten empfohlen hatte: „Kinder, macht’s was verruckt’s“. In Blaubeuren am Familientisch entstanden dann aus „dem Gruscht“ erste Schmuckstücke. „In der Kriegs- und Nachkriegszeit hat sie auch Schmuckstücke gegen Lebensmittel eingetauscht“, hatte Karin de la Roi-Frey recherchiert. Der Durchbruch für Anni Schaad und ihr langani kam mit dem ansteckbaren Flakon „Fleur d’amour“ im Jahr 1952. „Von da ab bis heute ist langani- Schmuck Inbegriff für Schmuckkreationen von modischer Poesie“, sagte die Autorin. Ein Streiflicht wirft Karin de la Roi-Frey in ihrem Buch auch auf Regi Relang, eine der bekanntesten Modefotografinnen der 1950er und 60er Jahre, die Schwester von Anni Schaad. „Sie trug durch ihre Fotografien von Models mit langani-Schmuck ebenfalls zum Erfolg der Marke bei.“ . Die „Faszination langani-Schmuck“ konnten die Besucher bei der Lesung direkt erleben. Ausgestellt waren in Vitrinen einige Stücke der aktuellen langani-Frühjahrskollektion , aber auch historische, unverkäufliche Stücke aus den Jahren 1959 bis 1963, „Stücke von zeitloser Schönheit“, wie die begeisterten Betrachterinnen urteilten.

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